Die Schweiz gehört zu den wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt. Unser wichtigster Rohstoff ist das Wissen und Können unserer Arbeitnehmenden. Unser weltweit einzigartiges duales Berufsbildungssystem ist ein Erfolgsmodell sondergleichen.

Keine «Verakademisierung» der Berufsbildung
Die Entwicklung hin zu höheren Bildungsabschlüssen ist unaufhaltsam, wirtschaftlich notwendig und gesellschaftlich erfreulich. Nur heisst das nicht: ins Gymi statt in die Lehre. Die moderne Gesellschaft braucht nicht nur Theoretiker, sondern vor allem praktisch ausgebildete Fachkräfte. Lehre und Forschung an Spitzenuniversitäten und duale
Berufsbildung müssen sich ergänzen und sollen sich gegenseitig befruchten.

Erfolgreich gegen Jugendarbeitslosigkeit
Studien zeigen, dass Länder mit Berufslehren eine viel tiefere Arbeitslosenquote und vor allem praktisch keine Jungendarbeitslosigkeit haben als solche mit rein schulischen Ausbildungen. Die Kombination von betrieblicher Lehre und öffentlicher Berufsschule ist eine Erfolgsgeschichte. Dazu müssen wir Sorge tragen müssen.

Regulierungswahn eindämmen
Die formalen Anforderungen an Lehrbetriebe steigen laufend und die Betreuung von Lernenden wird immer aufwendiger. Für kleinere Betrieb wird es immer schwieriger und unattraktiver, Ausbildungsplätze anzubieten. Die Berufslehre darf nicht vom Staat verbürokratisiert und damit «wegreguliert» werden!

Praxisnähe bewahren
Vermittelt werden muss, was unseren Lernenden im Arbeitsalltag nützt. Dazu müssen Lehrkräfte mit den Anforderungen der Berufswelt ebenso vertraut sein wie mit den Zusammenhängen eines erfolgreichen Wirtschafts- und Werkplatzes. Es ist entscheidend, auf allen Bildungsstufen Lehrer zu haben, die mit dem praktischen Berufsleben vertraut sind.

Mein Fazit
Unsere Berufsbildung ist eine Errungenschaft, die es im Umfeld einer zunehmend rein schulischen Bildung im Interesse des Werk- und Arbeitsplatzes zu verteidigen gilt! Dies ist ein hartes Unterfangen, was mich als Malermeisterin aber immer wieder motiviert.

 

von Sandra Sollberger, Landrätin, Gemeinderätin, NR-Kandidatin